© Damian Imhof. CC0 (OpenData)

Nachhaltigkeit kommunizieren: Das gilt ab September 2026

Wer mit Nachhaltigkeit wirbt, muss Aussagen klar, konkret und belegbar formulieren. Dies wird besonders relevant für touristische Betriebe, Destinationen und weitere Organisationen, die Gäste aus EU-Märkten ansprechen. Ab dem 27. September 2026 gilt dort die EU-Richtlinie «Empowering Consumers for the Green Transition» (EmpCo). In der Schweiz gelten bereits heute Vorgaben des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Was du bei deiner Nachhaltigkeitskommunikation beachten solltest

Nachhaltigkeit darf und soll weiterhin sichtbar sein. Entscheidend ist, konkret statt allgemein zu kommunizieren. Begriffe wie «nachhaltig», «grün», «klimafreundlich», «klimaneutral», «verantwortungsbewusst» oder «Netto-Null» solltest du nur verwenden, wenn klar ist, worauf sich die Aussage bezieht und wie du sie belegen kannst.

Prüfe dabei nicht nur Texte auf deiner Website, in Newslettern oder Kampagnen. Auch Bilder, Symbole, Logos, Labels, Infografiken oder Produktnamen können als Nachhaltigkeitsaussage verstanden werden. Besonders relevant ist die EU-Richtlinie «EmpCo» für Betriebe und Organisationen, die ihre touristischen Angebote gezielt in EU-Märkten vermarkten.

Vorsicht bei pauschalen Aussagen

Eine einzelne Massnahme macht nicht automatisch den ganzen Betrieb oder die gesamte Destination «nachhaltig». Kommuniziere deshalb möglichst konkret, was du tatsächlich umsetzt, beispielsweise einen messbaren Anteil erneuerbarer Energie, konkrete Einsparungen oder eine anerkannte Zertifizierung. Prüfe jede Aussage vor der Veröffentlichung mit drei Fragen:

  • Ist sie belegt?
  • Ist sie spezifisch genug?
  • Könnte sie missverstanden werden?

Swisstainable korrekt kommunizieren

Swisstainable ist ein Nachhaltigkeitsprogramm und keine eigenständige Nachhaltigkeitszertifizierung. Sprich deshalb von deiner Teilnahme oder Einstufung bei Swisstainable und nicht davon, dass dein Betrieb durch Swisstainable «zertifiziert» oder automatisch «nachhaltig» sei. Ergänze wenn möglich konkrete Massnahmen und erkläre, was deine Einstufung bedeutet.

Bei Kampagnen, die sich gezielt an Gäste in der EU richten, empfiehlt die Swisstainable-Geschäftsstelle das Swisstainable-Signet zurückhaltend zu verwenden.

So geht es weiter

Die konkrete Umsetzung der «EmpCo»-Richtlinie entwickelt sich in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten weiter. Auch zur Verwendung des Swisstainable-Signets im EU-Kontext laufen noch rechtliche Abklärungen. Die Swisstainable-Geschäftsstelle verfolgt diese Entwicklungen und informiert über neue Erkenntnisse.

Jetzt aktiv werden

Prüfe deine bestehende Nachhaltigkeitskommunikation auf Webseite, in den sozialen Medien, in Broschüren, Newslettern und Kampagnen. Formuliere allgemeine Aussagen konkreter, sichere entsprechende Nachweise und achte bei der Kommunikation von Swisstainable auf die korrekte Bezeichnung.

Weiterführende Informationen:
Der Schweizer Tourismus-Verband hat diese Informationen übersichtlich auf ihrer Webseite dargestellt. Allgemeine Informationen zur Kommunikation befinden sich in der Toolbox. Auf der Seite des Schweizer Tourismus-Verbands findest du zusätzlich weitere Hilfsmittel und Anlaufstellen für Fragen zur glaubwürdigen Nachhaltigkeitskommunikation.

Deine Ansprechperson

Bei Fragen oder Anliegen zur korrekten Nachhaltigkeitskommunikation sowie zu UWG und EmpCo steht dir Janine Würth gerne zur Verfügung.

Janine Würth

Projekt- und Produktmanagerin / Partnerschaften

Janine Würth